Tonlieu

Brügge beherbergt eine Reihe von prachtvollen Gebäuden aus dem Mittelalter und jedes dieser Gebäude erzählt eine andere Geschichte. Auch das Tonlieu oder Oud Tolhouis ist ein wunderschönes altes Stadthaus, das einst einer mächtigen Familie gehörte. Noch heute wird das Tonlieu als Landesbibliothek und als Archiv von der Stadt Brügge genutzt.

Das Tonlieu und seine Geschichte

Streng genommen handelt es sich beim Tonlieu nicht nur um ein einziges Haus, sondern um ein Ensemble an Gebäuden. Gebaut im 12. Jahrhundert als Zollhaus, gehörte es im 14. Jahrhundert einer mächtigen Luxemburger Adelsfamilie, die das Steuerrecht über alle Waren hatte, die im Hafen von Brügge gehandelt wurden. Über dem Portal ist das große farbenprächtige Wappen der Familie aus dem Jahr 1478 zu sehen. Die Familie verkaufte das Haus an Kaiser Karl V. und erst viele Jahre später kam es wieder in privaten Besitz. 1876 kaufte die Stadt Brügge das Tonlieu und richtete dort eine Bücherei ein. 1889 diente das Erdgeschoss als eine Art Feuerwache, und erst seit dem Jahr 1962 steht das wunderschöne Haus komplett unter Denkmalschutz. Es wurde sehr gründlich renoviert und dann nach alten Plänen restauriert.

Das Tonlieu heute

Seit 2001 dient das Tonlieu als Landesbibliothek und auch als Archiv der Stadt Brügge. Im Foyer kann noch heute die Originalzeichnung des Architekten Louis Delacenserie bewundert werden.

Auf der linken Seite neben dem imposanten Tonlieu steht ein kleineres bescheideneres Haus, in dem sich die Innung der sogenannten Pijnders befand, der Hafen- und Dockarbeiter. Auch wenn das Haus bescheiden aussieht, so wird die Fassade doch von Figuren geschmückt, die die vier Schutzheiligen, den heiligen Georg, Johannes den Täufer, den heiligen Lambert und Johannes den Evangelisten darstellen.

So reiht sich das Tonlieu perfekt ein in die lange Liste historischer Gebäude, die sich über die ganze Stadt erstrecken und Brügge so berühmt gemacht haben.

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